Doppelseitiges Klebeband löst sich? Der Klebeprofi weiß, wie´s richtig geht

Klebeverbindungen mit doppelseitigem Klebeband sind ein beliebtes Mittel zur Verbindung zweier Elemente. Doch wer kennt das nicht? Verbindungen mit doppelseitigem Klebeband halten manchmal nicht das, was sie versprechen. Und dann passiert das: Versandkartons überstehen den Versand nicht, weil sich das Klebeband löst. Selbstklebehaken in Küche oder Badezimmer rutschen von der Wand. Displays aus Wellpappe fallen auseinander, und die Waren werden beschädigt. Schilder lösen sich von der Wand. Täglich sind Millionen Meter Klebeband im Einsatz. Doch leider kommt es immer wieder zu folgeschweren und kostspieligen Fehlern, weil grundlegende Dinge bei der Klebe-Planung nicht berücksichtigt werden.

Sparen Sie sich Ärger, Aufwand und Kosten: Die Klebeexperten wissen, wie das geht. Genauer: Sie wissen, welche Fehler immer wieder gemacht werden. Also ist es ganz einfach. Für ein gutes Klebeergebnis sollten Sie unbedingt folgende 6 Fehler vermeiden:

1. Die Materialien der Fügepartner und der Klebstoff passen nicht zusammen

Moderne Klebebänder können viel! Doch aufgepasst: Viele Stoffe sind bedruckt, Flächen lackiert oder beschichtet. Dann werden eigentlich gut klebbare Materialien schnell zum Problem und passen klebetechnisch einfach nicht mehr zusammen. Ein schlechteres Klebeergebnis ist die Folge. Besonders gute Eigenschaften für Haftklebeverbindungen haben Metall, Glas und hoch energetische Kunststoffe. Eher schlechte Verbindungseigenschaften besitzen niederenergetische Materialien wie zum Beispiel Polypropylen (PP), Polyethylen PE oder Teflon (PTFE).

2. Die zu klebenden Oberflächen sind nicht gut vorbereitet

Zeitdruck, unsaubere Produktionsstätten, unzureichend geschultes Personal: Nicht selten sind die Oberflächen von zu verklebenden Teilen einfach schlecht vorbereitet! Dabei gelten folgende Grundregeln: Die Klebeoberflächen müssen sauber und trocken sein. Rückstände von Fett, Öl oder Trennmitteln sind vorab zu entfernen. Zur Reinigung der Fügepartner sollten saubere Tücher und materialverträgliche Lösemittel verwendet werden.

Schwierige Oberflächen können Vorbehandlungen erfordern. Reinigen, Primern sowie Corona- oder Plasmavorbehandlungen können die Ergebnisse nachhaltig verbessern.

Lockere Deckschichten sollten zuvor abgetragen oder grundiert werden. Vorsicht geboten ist bei Materialien, die beschichtet oder lackiert sind. Denn allein eine andere Farbe kann ausreichen, damit die Klebeverbindung nicht ausreichend haftet.

3.  Wirkende Kräfte werden nicht berücksichtigt

Die Balance macht’s: Der Klebstoff einer guten Klebeverbindung zeichnet sich dadurch aus, dass er sich trotz hoher Viskosität gut anpasst und sofort haftet. Dabei können aber permanente Spannungen, sogenannte statische Kräfte, die Klebeverbindungen über kurz oder lang lösen. Je nach Klebeband werden unterschiedlich harte Klebstoffe eingesetzt, um Teile spannungsfrei verkleben zu können. Vermeiden Sie unbedingt dauerhafte Spalt- und Schälbelastungen. Zug- und Scherbelastungen sollten auf die ganze Klebefläche wirken. Die optimale Abstimmung zwischen innerer Festigkeit (Kohäsion) und Flächenhaftung (Adhäsion) ist die große Kunst der Klebetechnik. Die Klebeexperten von Fixum beraten Sie gerne, wie Sie dieses Spannungsfeld optimal händeln.

4. Das Klebeband wird im falschen Temperaturbereich eingesetzt

Wussten Sie, dass die optimale Verarbeitungstemperatur bei Haftklebebändern zwischen 18° C und 35° C liegt? Idealerweise sollten die Fügepartner jeweils die gleiche Temperatur besitzen. Je niedriger die Verarbeitungstemperatur, desto geringer ist die Anfangs-Klebkraft. Bei der Verklebung rauer und poröser Materialien, wie zum Beispiel bei Schaumstoffen, können höhere Verarbeitungstemperaturen Vorteile bringen, da der Klebstoff besser in die Unebenheiten des Materials eindringen kann. Bitte behalten Sie immer die materialabhängigen Maximaltemperaturen im Auge. Wichtig ist auch, die Haftklebebänder bei Raumtemperatur und normaler Luftfeuchtigkeit von 50 bis 70 % verpackt zu lagern. Denn höhere Temperaturen lassen Kleber altern und führen zu entsprechend schlechteren Ergebnissen.

5.   Die Klebefläche wurde zu gering ausgelegt

Es gehört zum 1x1 der Klebetechnik: Kleben benötigt Fläche! Ist die Klebefläche zu klein für die zu erwartenden Kräfte, so kann auch unter optimalen Bedingungen die Klebung nicht halten. Das klingt eigentlich logisch, ist aber in der Praxis häufig ein kritischer Punkt. Klebeexperten empfehlen beim Einsatz von doppelseitigem Klebeband genügend Klebefläche einzukalkulieren!

6. Anwendungstests werden nicht durchgeführt

Die Verbindungsexperten von Fixum empfehlen – gerade im Vorfeld von Serienanwendungen – unbedingt Anwendungstests in den Workflow zu integrieren. Denn wer sämtliche relevanten Parameter im Vorfeld testet, kann teure Fehler in der praktischen Anwendung vermeiden.

Zu einem nachhaltig erfolgreichen Testergebnis gehören vier zentrale Voraussetzungen:

- Testen Sie die zu verklebenenden Flächen mit Originalmaterial

- Simulieren Sie zu erwartenden Belastungen

- Vermeiden Sie Kurztests am Schreibtisch, testen Sie unter realistischen Bedingungen

- Vorsicht Datenblattvergleich! Datenblätter geben lediglich Laborwerte unter Laborbedingungen an. Achten Sie auf Testparameter, die für Ihren Anwendungsfall auch relevant sind!

 

So banal und selbstverständlich diese Hinweise an mancher Stelle klingen, ihre Berücksichtigung hätte viele Nerven geschont und tausende Euro an Reklamationskosten vermeiden können. Nutzen Sie das Know-How und die anwendungstechnischen Möglichkeiten bei FIXUM. Wir bleiben in Verbindung!

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